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Neuigkeiten

16.11.2022 | WICHTIG
 

Protestaktion Geburtshilfe in Not

Etwa 200 Delegierte des DHV zur Bundesdelegiertentagung 2022, neben Präsidentin Ulrike Geppert-Orthofer und Präsidiumsmitgliedern in der Mitte von links: Anja Nordmann, Geschäftsführerin Deutscher Frauenrat, Erik Jödicke, Kampagnenleiter, change.org, Michelle Franco, Petentin "Keine Streichung der Hebammen aus dem Pflegebudget ab 2025", Univ.-ProfDr. med. Ingrid Mühlhauser, Vorsitzende Arbeitskreis Frauengesundheit in der Medizin

 

Bildnachweis: Offenblende/Markus Braumann Gruppenfoto zur Auswahl farbig oder s/w


01.11.2022 | WICHTIG
 

Berlin geht leider leer aus.  

Das Thema Gesundheit rund um die Geburt hat eine besondere Bedeutung für Berlin als wachsende Stadt mit rund 40.000 Geburten im Jahr. 

Seit Jahren verschlimmert sich der Notstand in der klinischen Geburtshilfe, es gibt immer weniger Fachkräfte, die unter diesen Bedingungen arbeiten wollen und die Interventionen in den Geburtsverlauf steigen stetig. Die Koalition auf Bundesebene hat sich zum Ziel gesetzt, sowohl das nationale Gesundheitsziel Gesundheit rund um die Geburt umzusetzen als auch endlich eine Eins-zu-Eins-Betreuung für Frauen unter der Geburt einzuführen. Die aktuellen Initiativen, Gesetzesentwürfe und Verordnungen des BMG stehen diesen Zielen jedoch diametral entgegen. Drei davon wirken sich besonders fatal auf Berlin aus.

1. Die geplante Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung und deren Mindestpersonalschlüssel führt zu Einnahmeeinbußen bei Kliniken, wenn sie Hebammen anstellen. Die bereits vorher unterfinanzierte Geburtshilfe wird für die Kliniken zu einem noch schlechteren Geschäft.

2. Das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz und die darin enthaltenen Änderungen zum Pflegepersonalbudget sehen vor, die Hebammen nicht mehr über das Pflegebudget zu refinanzieren. Träte das Gesetz in Kraft, würde es noch unrentabler und schwierige für Krankenhäuser, die Geburtshilfe in guter Qualität vorzuhalten.

3. Die Empfehlungen der Regierungskommission zur Weiterentwicklung der Pädiatrie und der klinischen Geburtshilfe - und deren Versagen auch nur Vorschläge zu liefern, wie zukünftig der Einsatz von genügend Fachkräften in der Geburtshilfe von den Kliniken finanziert werden kann. Stattdessen werden bestehende Fehlanreize in der Krankenhausfinanzierung verfestigt.

Deshalb fordern wir alle Politiker*innen auf: 

- Setzen Sie sich dafür ein, dass die PpUGV dahingehend geändert wird, dass Hebammen wieder voll auf die Personaluntergrenzen in den Geburtshilflichen Stationen angerechnet werden. 

- Stimmen Sie dem Gesetzentwurf zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz in der jetzigen Fassung nicht zu. Hebammen auf den Geburtshilflichen Stationen müssen weiter über das Pflegebudget refinanziert werden. 

- Setzen Sie sich dafür ein, dass die Zusammensetzung der Regierungskommission so verändert wird, dass Geburtshilfliche Expertise der Hebammen hinzugenommen wird und die Vorschläge überarbeitet werden.   

Im Namen der Berufsgruppe der Hebammen bitten wir Sie als Politiker*in, sich energisch im Bund dafür einzusetzen, dass die Versorgung in der klinischen Geburtshilfe nicht weiter belastet wird. 

Wenn die drei obenstehenden Problemfelder nicht gelöst werden, droht uns auch in Berlin eine weitere Verschlechterung der Situation. Das alles geht vor allem zu Lasten von Frauen, Kindern und Familien in einer der wichtigsten und verletzlichsten Phasen ihres Lebens.

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Berlin geht leider leer aus. KurzversionHintergrundinformationen Berlin

21.10.2022

Aus für klinische Geburtshilfe? 

Statement von Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin

„Das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (GKV-FinStG), das gestern im Bundestag beschlossen wurde, hat katastrophale Auswirkungen auf die klinische Geburtshilfe und gefährdet die Versorgung von Frauen und Kindern in bisher ungekanntem Maße. Es ist uns völlig unerklärlich, wie eine Neuregelung der Pflegebudgets zukünftig die Möglichkeit der Refinanzierung von Hebammenstellen auf den geburtshilflichen Stationen ausschließen kann. Wir haben den Eindruck, dass trotz unserer deutlichen Mahnungen die negativen Auswirkungen auf die klinische Geburtshilfe schlichtweg ignoriert wurden. 

Hebammen sind die Expert*innen für die Versorgung und Pflege von Risikoschwangeren und Frauen im Wochenbett. Sie sichern maßgeblich die Versorgungsqualität und übernehmen selbstverständlich und hauptverantwortlich ihren Teil des Versorgungsauftrags in der gesamten geburtshilflichen Abteilung. Wenn Hebammen Frauen und Neugeborene pflegen und betreuen, werden sie auf Station anstelle von Pflegefachkräften eingesetzt, die an anderer Stelle dringender gebraucht werden. Es ist ein Irrtum, dass diese Tätigkeiten zusätzlich zu den Pflegestellen vergütet und über die DRGs ausgeglichen werden können.

Hinzu kommt, dass die Änderungen im Pflegebudget automatisch auch die gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung der Hebammenstudierenden massiv gefährden. Die Praxisanleitung auf den geburtshilflichen Stationen muss durch Hebammen erfolgen und kann nicht delegiert werden.

Die unverantwortliche Schwächung der klinischen Geburtshilfe muss ein Ende haben. Wie es anders geht, haben wir in unserer Stellungnahme zum Gesetz und in einem Brandbrief an die Regierungskoalition dargelegt. Koalition und Bundesgesundheitsministerium müssen jetzt schnell handeln. Denn jede Hebammenstelle, die zum 01.01.2023 gekündigt wird, ist eine zu viel.”

 

Kontakt:

Deutscher Hebammenverband e. V.
Michaela Peeters, M.A.
Pressestelle
Telefon: 0176 56119740
E-Mail: presse@hebammenverband.de
www.hebammenverband.de

 

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Stellungnahme – GKV-FinStG

05.10.2022

Häusliche Gewalt in der Betreuung von Schwangeren und Wöchnerinnen

Sie haben als Hebamme manchmal ein „komisches Gefühl“ bei der Betreuung einer Frau? Sie haben sich manchmal schon überlegt, ob eine Frau Gewalt erfahren hat?
Sie haben eine Frau daraufhin auf eine mögliche Gewalterfahrung angesprochen? Nein? Weil die Frau ja selbst nichts erzählt, weil Sie nicht genau wissen wie oder weil Sie bei einem „Ja“ nicht wissen, was dann?
Sie haben in der Geburtshilfe sehr gute Möglichkeiten, betroffene Frauen zu unterstützen! Seien Sie wach für Anzeichen von Gewalt, sprechen Sie Frauen aktiv an und unterstützen Sie Betroffene, indem Sie sie an spezifische Beratungsstellen weitervermitteln.  
Der Berliner Hebammenverband und der Berufsverband der Frauenärzte hat in Zusammenarbeit mit dem RTB eine Arbeitshilfe zum Thema erstellt – für ein sicheres Handeln. Helfen Sie häusliche Gewalt zu stoppen!

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Ablaufplan Häusliche Gewalt

21.09.2022

Weltstillwoche vom 3. bis 9. Oktober 2022

Die Weltstillwoche ist eine von der World Alliance for Breastfeeding Action organisierte Aktionswoche. Sie gilt als die größte gemeinsame Kampagne aller Organisationen, die das Stillen fördern. Das Motto in diesem Jahr lautet Stillen – eine Handvoll Wissen reicht.

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